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Etwa dreizehn Prozent der auf ortaia-forum.de veröffentlichten mehr als tausend Rezensionen sind mit fünf Sternen als erstklassig bewertet. In Leserbriefen wird immer wieder mal nach den absoluten Favoriten gefragt, also den besonders empfehlenswerten Büchern im Reigen der Besten. Hier sind sie, wobei anzumerken ist, dass es sich dabei natürlich um eine ganz persönliche Auswahl handelt, - und um absolute Geheimtipps außerdem, denn die ja allseits bekannten Klassiker sind hierbei natürlich bewusst ausgespart.

John Banville

Die See

Der größte Erfolg für den irischen Schriftsteller John Banville war 2005 die Verleihung des britischen ‹Booker Prize› für den Roman «Die See». Er sei, so die Begründung der Jury, «eine meisterliche Studie der Trauer, der Erinnerung und der Liebe». Dem kann man nur beipflichten!

Michail Bulgakow

Meister und Margerita

Dieser geniale Jahrhundert-Roman ist mit seiner unbekümmert in eine satirische Form gebrachten Faust-Thematik ein Lesegenuss der besonderen Art. «Leser mir nach» hat Felicitas Hoppe ihr geistreiches Nachwort überschrieben! Diesem Ruf schließe ich mich an.

Iwan Bunin

Ein Herr aus San Francisco

Eine der berühmtesten Novellen der Weltliteratur gab dem Band mit Erzählungen des russischen Schriftstellers Iwan Bunin den Titel.. Der Autor gilt als Klassiker der russischen Literatur und bekam 1933 als erster Russe den Nobelpreis verliehen!

Antonia Susan Byatt

Besessen

Mit seiner narrativen Struktur ist «Besessen» nicht nur hoch komplex, es ist auch ein geradezu archetypischer englischer Roman, dessen Humor in der höchst amüsanten, ironischen Schilderung der Wissenschaft, ihrer Akteure, Methoden und abseitigen Forschungsgegenstände zum Ausdruck kommt.

Alex Capus

Leon und Louise

Mit sehr großem Einfühlungsvermögen in einer angenehm lesbaren Sprache geschrieben, gewürzt mit einer wohldosierten Portion Humor, ist dieser Roman einer der seltenen Glücksfälle in unserer wahrlich höhepunktarmen Gegenwarts-Literatur.

Joshua Cohen

Die Netanjahus

Eine ironische, oft sogar ausgesprochen zynische Persiflage über unausrottbare Aversionen wahrhaft biblischen Ausmaßes den Juden gegenüber, die oft ja allein schon an der Frage scheitern, was genau einen Menschen denn zum nun Juden macht.

Edgar L. Doctorow

Ragtime

Hoch geehrt, gehört Edgar Lawrence Doctorow zu den Maßstab setzenden Autoren Amerikas. Ihm gelang 1975 der Durchbruch mit «Ragtime», dem besten seiner zwölf Romane, der Charly Chaplin zum Weinen brachte und vom US-Präsidenten Barack Obama als sein Lieblingsbuch bezeichnet wurde.

Mathias Enard

Das Jahresbankett der Totengräber

Dieser Roman stellt den eher moralisierenden, aktuellen Landromanen mit ihrer drögen Zurück-ins-Dorf-Botschaft eine vor Sprachlust vibrierende, vergnügliche und auch noch intellektuell hoch stehende Alternative entgegen. Das ist geradezu revolutionär!

Eduard von Keyserling

Wellen

Es steckt viel Lebensweisheit in diesem wunderbaren Roman, der eine Behaglichkeit erzeugt beim Lesen, die in der Tat stark an Fontane erinnert. Das Literarische Quartett war einhellig voll des Lobes, was so oft ja nicht passiert ist. Wie schön für uns Leser, dass ein so großartiger Schriftsteller nun glücklich wiederentdeckt wurde.

Sándor Márai

Die Glut

Die Wiederentdeckung dieses Romans machte den ungarischen Schriftsteller, nahezu fünfzig Jahre nach dem Erscheinen dieses Buches, endlich auch einem internationalen Publikum bekannt. Seither zählt der Autor  für die Literatur-Wissenschaft zu den bedeutendsten Autoren des Zwanzigsten Jahrhunderts!

Pascal Quignard

Die wandernden Schatten

Die hier als Buch vorliegende, fragmentarische Sammlung von Skizzen aus der Gedankenwelt des Autors sprengt den Rahmen aller literarischen Gattungen. Genau darin aber liegt der Reiz dieser außergewöhnlichen Lektüre. Die dem Autor hierzulande zuteil werdende Ignoranz ist wahrlich unentschuldbar!

Julia Schoch

Wild nach einem wilden Traum

Kann Literatur Wirklichkeit schaffen? In stilistischer Form des Bewusstseinstroms geht hier ein wahrer Regen an Fragen auf den Leser nieder, die ihn förmlich zu kontemplativer Mitwirkung anregen, vielleicht sogar dazu zwingen. Wenn Literatur so etwas schafft, dann hat sie wahrhaftig ihren Zweck erfüllt!

Hans Scholz

Am grünen Strand der Spree

Geistreicher Witz ist das beherrschende Stilmittel dieses Ausnahme-Erzählers, der die Menschlichkeit selbst in den bedrückendsten Passagen seiner Geschichten obsiegen lässt. Eine Meisterleistung, wie das Feuilleton einst jubelte, kongenial verfilm zudem, und auf Augenhöhe mit Tucholsky, füge ich hinzu!

Maria Stepanova

Nach dem Gedächtnis

Man wird geradezu suggestiv mitgenommen und zu eigenem Nachdenken angeregt, geht es in diesem unpathetischen Roman letztendlich doch um nichts Geringeres als die eigene Bedeutungslosigkeit, die unerträgliche Gewissheit also, nur ein Sandkorn der Geschichte zu sein. Lesen, kann ich nur sagen!

Gabriele Tergit

Effingers

Ein weitgehend unbekannt gebliebener Gesellschafts-Roman auf Augenhöhe mit den Buddenbrooks. Thea Dorn hat es auf den Punkt gebracht: «Dass dieses Buch nicht längst fester Bestandteil des deutschen literarischen Kanons ist, halte ich für einen Skandal.» Wo sie Recht hat hat sie Recht!

Olga Torkaschuck

Ur und andere Zeiten

Der Nobelpreis von 2018 ehrt die polnische Schriftstellerin «für eine erzählerische Vorstellungskraft, die mit enzyklopädischer Leidenschaft Überschreitungen von Grenzen als Lebensform darstellt», erklärte die Jury. Eine einfühlsam erzählte Geschichte voller Zauber, der man sich als Leser kaum entziehen kann!

Margerite Yourcenar

Der Fangschuss

«Es war die Dämmerstunde, in der schöne Seelen zu Bekenntnissen und Verbrecher zu Geständnissen neigen und in der selbst schweigsame Menschen gern Geschichten erzählen oder Erinnerungen auskramen, um nicht einzuschlafen». Ein mitreißender Romananfang, der Lust auf mehr macht!

 

 

 

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Letzte Bearbeitung am 15.04.2026